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#1

Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 05.03.2022 11:57
von Freya Greenhorn | 95 Beiträge | 100 Punkte

Es mag ein wenig gewagt sein, dies unter "Bücher über Trans" zu packen, aber itch.io bietet gerade ein Bundle von Trans-Friendly TTRPG (Table Top Rollenspielen, falls nicht vertraut) an, als Untertützung gegen das neue Gesetz in Texas.
Und da ich den Eindruck bekommen habe, dass es unter uns einige Rollenspieler gibt, hier der Link:

https://itch.io/b/1308/ttrpgs-for-trans-rights-in-texas


"Es gibt keine falsche Art, trans zu sein.
Meine Geschlechtsidentität ist mein eigen.
Niemand anderes kann mir sagen, wer ich bin.
Ich darf ganz sein.
Ich weiß, dass andere mich unterstützen werden, ich selbst zu sein."
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#2

RE: Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 05.03.2022 22:34
von Kathi74 Kennt sich aus | 336 Beiträge | 468 Punkte

Wie Du darauf kommst, das es hier auch RollenspielerInnen geben könnte ist mir ein Rätsel Ich habe doch nur die Eidesformel aus dem Darkoverzyklus in meinem Profil.
Aber ich Oute mich mal ich habe Pen&Paper gespielt - vermutlich ist keiner meiner Cahraktere unter aktuellen Regeln mehr spielbar - und war in einem Rollenspielverein (bei uns war Mechwarrier TTRPG gerne gesehen). Als der Lockdown wegen der doofen Erkrankung mit dem C aufkam begann bei mir gerade das Waffentraining für die neue Saison LARP und Reenactment. So beginne ich gerade die dritte Saison, in der ich noch nicht weiß ob ich außer Kadenzen üben, mehr machen kann.
An meinem Computerarbietslpatz hängt die Claw Of Darknes gekreuzt mit einer blauen Neonröhre mit Griff, über meinem Bett hängt die 7 Zungen, beide Klingen sind Reenactmenttauglich und ich verwende sie auch gerne.


Ich werde so lange schwarz tragen bis sie etwas dunkleres erfinden
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#3

RE: Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 05.03.2022 23:19
von Freya Greenhorn | 95 Beiträge | 100 Punkte

LARP war mir während meines Studiums (die einzige Zeit, in der ich Zeit dafür gehabt hätte) zu teuer, Reenactment bin ich irgendwie nicht reingekommen. Dafür mach ich jetzt HEMA (Schwert und Schild alternativ zu Speer (wunderbare Waffe ... das meiste passiert einfach ein Stückchen von einem weg und die ganzen Langschwertfuzzies, die sich immer auf ihre Reichweite und Schnelligkeit verlassen, sind nur noch am Fluchen)). Aber auch bei mir hat das Training in den letzten beiden Jahren ziemlich gelitten. Hab mir als Ersatz jetzt ein Lehrbuch zu Shillelagh-Kämpfen geholt, was im Prinzip auch eine Fechtform ist.

Darkover ist ewig her, dass ich es gelesen habe, obwohl ich die alten Moewig-Ausgaben mit den schönen Covers noch im Regal stehen habe (was uns dann zu MZB bring, die wiederum Berge an Autorinnen inspiriert hat, was uns zum Blue Rose RPG führt).

Und wie ich darauf komme, dass hier Rspler sein könnten? Nun, abgesehen davon, dass bei einem Treffen von zwölf Trans-Personen mindestens 6 schon gespielt hatten, glaube ich, dass sich einerseits Rollenspiel gut dazu eignet, die Vorstellungen, die man von sich hat, in einer sicheren Umgebung auszutesten und dass viele Eigenschaften von Rollenspielern auch bei Trans-Personen zu finden sind: intelligent, unsicher, oftmals Anflüge von Autismus oder anderen psychischen Eigentschaften, die gesellschaftlich unangepasst machen, viel Fantasie und die Bereitschaft, nicht dem Mainstream zu folgen (als ich mit RPG anfing ging gerade die Satanismus-durch-Rollenspiel Debatte um und man galt sowieso schon als ziemlich seltsam, weil man ein Hobbie hatte, bei dem man so tat, als wäre man ein Zwerg, Magier oder sonst was nicht-reales).

Neben meinem Homeoffice-Platz steht ein Korb, in dem mein Schwert steht, dass ich ziemlich häufig raushole, wenn ich telefonieren muss, um damit ein wenig Schwerthiebe um eine Lampe herum auszuführen. Wenn du Trainingsmaterial brauchst: https://wiktenauer.com/wiki/Main_Page


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Meine Geschlechtsidentität ist mein eigen.
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#4

RE: Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 06.03.2022 07:29
von Kathi74 Kennt sich aus | 336 Beiträge | 468 Punkte

Meine Charaktere passen so gar nicht in diese Vorstelllung. Als ein Freund im Januar 1985 mit seinem Weihnachtsgeschenk - einer Box von Schmitd-Spiele "Das schwarze Auge" um die Ecke kam, las ich gerade den Shannara Zyklus, somit war mein erster Charakter von Shea Ohmsford inspiriert - ein Nobody, der durch die Mühlen des Schicksals zum Helden wird. Meine Charaktere zeichnen sich immer durch ausgeprägten Pragmatismus aus, haben oft einen Hang zum Fatalismus. Ich bin mal in eine bereits laufende Runde eingestiegen man wollte mir Bonuspunkte bei der Charaktererstellung geben, aber ich lehnte ab. Nun stiefelten wir in den Dungeon. Da sich mein Charakter auf das Öffnen von verschlossenen Türen verstand, war das meine Aufgabe. Schnell stellte sich heraus, das hinter verschlossenen Türen meist nur wichtige Gegenstände, aber selten Gegner verbargen, also ließ man mich das alleine machen. Als ich mal wieder ein Türschloss davon überzeugt hatte, das die dazugehörige Türe gar nicht verschlossen war, stürmte aus dieser Türe ein furchteinflößender Gegner und stürzte unglücklich in meinen Dolch. Nachdem wir das Dungeon komplett geplündert hatten, machten sich die Übrigen auf die Suche nach dem Endgegner. Sie fanden ihn schließlich neben einer offenen Türe, die niemand untersucht hatte, niedergestreckt von einem einzigen Dolchstoß, der genau zwischen die schützende Rüstung ging.
Das diese Dame bis heute nicht begriffen hat, warum sie Legendenstatus erreicht hat, ist so ein Spleen von allen meinen Charakteren, sie hat doch schließlich nur getan, was getan werden musste.
Was Rollenspiel mit Satanismus zu tun haben soll, war mir immer suspekt, ich habe mir einen Spass daraus gemacht. Aber über Goths wird das auch gesagt.
Im MSCE-Lehrgang lernte ich dann eine praktizierende Satanistin kennen. Wir verstanden uns recht gut und lernten zusammen. Ich habe ihre Sichtweise kennengelernt, sie brachte mir Alister Crawley nahe. Ich muss ehrlich sagen, das sich dahinter eine sehr eigene Philosophie verbirgt, die auf maximale Funktionalität im gesellschaftlichen Zusammenleben abzielt, aber deutlich humanistischer ist, wie das, was der moderne Turbokapitalismus abliefert.
Ich denke das Problem ist, das viele Menschen nach einfachen Dualitäten streben und dichromates Denken bevorzugen, dabei aber nicht verstehen (wollen), das durch die Individualität eines jeden selbst die Dualität Milliarden von Abstufungen erhält und sie hierdurch selbst Ursache dafür sind, das Dichromatik nicht funktioniert.
Naja das war jetzt viel OT.
Gerade im Bereich Pen&Paper sehe ich viel Potential für Transpersonen, da hier, solange ich zurückdenken kann, immer Diversität möglich oder erwünscht war. Einfach mal ausprobieren, wie sich eine Rolle im anderen Geschlecht anfühlt ist hier möglich. Mir fallen in einigen Welten auch geschlechtslose Charakterklassen ein.
Vermutlich hast Du mit Deiner Analyse schon Recht, das Rollenspieler und Transpersonen eine große Schnittmenge an Eigenschaften haben.


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#5

RE: Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 06.03.2022 09:10
von Freya Greenhorn | 95 Beiträge | 100 Punkte

Meine ersten Charaktere waren männliche, menschliche, cis Kämpfer, die kaum episches erreicht haben. Dafür sind die letzten Charaktere überwiegend weiblich, mindestens bi und oft nicht ganz menschlich.
Leider spiele ich seit Jahren nicht mehr, weil einfach niemand die Zeit hat, Spielleiter zu machen. Also bleibt das an mir hängen (aber auch viel zu selten).
Vieleicht sollten wir hier im Forum eine Gruppe aufmachen.


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#6

RE: Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 06.03.2022 23:15
von Kathi74 Kennt sich aus | 336 Beiträge | 468 Punkte

Mein erster Charakter war auch männlich und verstand sich als menschlich - halt Shea Ohmsford als Vorbild - war es aber nicht vollständig. fun fact hierzu ist, das ich nachdem der Spielleiter ihn verboten hat, seine Tochter gespielt habe.
Ich habe mal ein Forenrollenspiel mitgespielt, was reichlich in die Hose ging. Es endet damit, das mein Charakter die Gruppe verließ um sich den freien Amazonen anzuschließen. Danach wechselte mein Charakter das Universum von Darkover in die LARP-Welt. Hier wird sie inzwischen auch immer öfter von der Spielleitung verboten, da sie mit erspielten 4 Kämpferschutzpunkten, 3 natürlichen Rüstpunkten und 2 Punkten Rüschschutz kaum noch verwundbar für normale Waffen ist. Ein normales Schwert schafft gerade mal 5 Punkte, der Bidenhänder kommt auf 10.
Als Spielleiter sollte man wissen, das die wenigsten Abenteuer den ersten Spielerkontakt überstehen. Ich habe mal ein Abenteuer für Starwars gebastelt, was aus einer klassischen Scoutmission besteht: fliegt hin, überprüft, was los ist, kommt zurück und berichtet. Beim ersten mal musste ich mir die Geschichte um einen korrupten Gouvaneur aus den Fingern saugen, während die Spieler den eigentlichen Plot völlig ignorierten, als ich einer anderen Gruppe das vorsetzte, brauchte ich plötzlich eine sinnvolle Geschichte, was dieser für den Plot bedeutungslose Eremit denn für ein Leben geführt hat und weshalb er nun als Eremit lebt. Das auch diese Gruppe den Plot ignorierte dürfte verständlich sein. Ein drittes mal habe ich noch versucht, mit meinem Plot was zu werden, diese Gruppe schaffte es nach der Eroberung des lokalen Piratenstützpunktes und der Absetzung des korrupten Gouvaneurs über den eigentlichen Plot zu stolpern


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#7

RE: Trans-Freundliche Rollenspiele

in Bücher über Trans 06.03.2022 23:26
von Freya Greenhorn | 95 Beiträge | 100 Punkte

Ich finde es hilft immer
1. die Spieler dazu zu zwingen, sich wirklich schriftlich Gedanken über ihre Charaktere zu machen, dies dann einzusammeln und die Abenteuer darauf abzustimmen, dass die Charaktere anhand dieser Vorgeschichte maximal leiden, und
2. möglichst viele Verbindungen zwischen den Charakteren zu haben, die bereits bestehen, bevor sie sich in einer Taverne wiederfinden, wo sie auf den Magier warten, der ihnen den Auftrag gibt (oder ähnliches). (alternativ zu dem Zauberer ist natürlich auch gut, wenn das Abenteuer insgesamt aus den Charaktervorgeschichten entsteht)

Alternativ ist auch immer wieder ein schöner Einstieg: Hallo Leute, ihr sitzt alle gemeinsam in der Scheiße, tut mir leid, dass ihr Zeit damit verbracht habt, eure Ausrüstung zusammenzustellen, weil ihr sie nämlich nicht habt. Es sieht so aus, als wenn ihr alle ziemlich bald tot seid, wenn ihr nicht flugs etwas tut. Von dem was ihr hören könnt, wäre es dämlich, nicht zusammenzuarbeiten. (Das mit der Ausrüstung ist optional).

Und was gut funktioniert hat, ist die Figuren als jugendliche ohne besondere Fähigkeiten beginnen zu lassen und sich langsam in eine Klasse vorzuarbeiten. Viel Spaß mit den Kiddies gehabt.

Problem mit Forenrollenspielen ist oft, dass man, wenn man mit mehr als drei Leuten spielt, zu lange warten muss, bis alle geantwortet haben. Am besten funzt es mit ein Spielleiter, ein Spieler. Mit bis zu drei Spielern habe ich es mal ein halbes Jahr durchgehalten, aber es ist frustrierend. Mit einem Spieler durchaus auch mal mehr als ein Jahr, wobei wir den Vorteil hatten, dass wir auch einige Abenteuer mal am Tisch zuende bringen konnten.


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